Die richtige Beleuchtung
...zu jeder Tages- und Jahreszeit
Licht bestimmt unser Leben. Eine ausgewogene Beleuchtung Zuhause und am Arbeitsplatz hebt die Stimmung.
Im Winter und in der kalten Jahreszeit erhalten wir nur wenig Tageslicht – Kerzenschein und künstliche Lichtquellen dienen uns als Ersatz. So gemütlich das gedämpfte Licht auch wirkt, der Mensch braucht viel natürliches Licht, damit das trübe Wetter nicht auf die Stimmung drückt.
Heute weiß man: Lichtmangel ist Hauptursache für den Winterdepressionen, unter denen viele Menschen leiden. „Angstzustände sind im Winter häufiger als im Sommer, Schuld daran ist das fehlende Licht“, sagt Prof. Dr. Jürgen Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Universität Regensburg. Umso wichtiger ist gerade in den dunklen Monaten die richtige Beleuchtung.
Der Unterschied zwischen Sommer- und Winterlicht ist weit größer, als der Mensch wahrnimmt. An hellen Sommertagen liegt die Lichtstärke draußen bei über 100.000 Lux. Zum Vergleich: An einem grauen Novembertag können die Werte 1.500 Lux sogar noch unterschreiten. Licht, das hell genug ist, wirkt über die Augen auf das Steuerzentrum unseres vegetativen Nervensystems im Gehirn (Hypothalamus) und unterdrückt dort die Ausschüttung des Hormons Melatonin. Dieser natürliche Stoff wird immer nachts ausgeschüttet, kann müde machen und die Stimmung drücken.
Grundsätzlich gilt: Tageslicht ist besser als jede künstliche Beleuchtung
Nutzen Sie nach Möglichkeit natürliches Licht und gehen Sie möglichst viel ins Freie. Sperren Sie im Haus Tageslicht nur aus, wenn es tatsächlich blendet.
- Wechseln Sie öfter die Beleuchtung
Bleibt das (Kunst-) Licht über den Tag verteilt immer gleich, kann allein schon dies zu Irritationen führen. Um das zu vermeiden, sollten Sie die unterschiedlichen Lichtquellen im Haus regeln können: Kunstlicht zum Beispiel durch Dimmer.
- Simulieren Sie das Tageslicht
Weißes Licht setzt sich aus verschiedenen Spektralfarben, also den Farben des Regenbogens, zusammen. Unterschiedliche Lichtquellen erzeugen unterschiedliche Farbtemperaturen, angelehnt an einen glühenden Gegenstand: vom warmen Rot über Wie bis zum kalten Blau. Der Messwert für die Farbtemperatur ist Kelvin. Das warme Licht einer Kerze hat 1.500 Kelvin, eine Halogenlampe 3.000 Kelvin und der blaue Himmel strahlt mit kalten 9.000 bis 12.000 Kelvin.
Im Tageslicht sind die Spektralfarben ausgeglichener enthalten als bei künstlichen Lichtquellen. Deshalb empfinden wir dieses einerseits als zu grell. Andererseits kann das Fehlen bestimmter Lichtanteile zu einer Winterdepression führen. Mit Spektrallampen kann man das vermeiden.
- Lichtquellen harmonisch abstimmen
Richten Sie die Kunstlichtquellen so ein, dass sie dämmriges Tageslicht ideal ergänzen.
- Vermeiden Sie starken direkte Leuchten
Indirektes Licht empfinden wir als angenehmer und weicher. Denn direktes Licht bringt abrupte Helligkeitsübergänge sowie Glanzeffekte und Spiegelungen mit sich. Wählen Sie Lampen daher so, dass die Fläche der Lichtquelle möglichst groß ist. Oder nutzen Sie die Vorteile der indirekten Beleuchtung. Bei Neonröhren zum Beispiel ist es sinnvoll, verspiegelte Lamellen vorzusetzen, denn die Lamellen brechen das intensive Licht und machen es weicher.